Offenbach, Jacques (1819-1880)
Hoffmann's Erzählungen
Oper in 3 Akten mit Prolog und Epilog

Unvollendete Oper mit einem Libretto von Jules Barbier und Michel Carré.
Sie basiert auf vier Erzählungen von E.T.A. Hoffmann, 'Der Sandmann', 'Vom Verlorenen Spiegelbild' und 'Rat
Krespel' (Counsellor Crespel).
E.T.A. Hoffmann ist der Hauptcharakter in dieser Oper.
Der Rat Lindorff, der erste von vier teuflischen Inkarnationen des Bösen fängt eine Botschaft für ein gemeinsames Treffen der Opernsängerin Stella an den Dichter Hoffmann ab.
Im Bierkeller von Luther fragen Studenten den Dichter Hoffmann nach seinem Liebesleben.
Er beginnt von der ersten Liebesaffäre zu erzählen:
Hoffmann wurde Schüler des Physikers Spalanzani. Er wußte, dass der Physiker eine wunderschöne Tochter namens Olympia hatte.
An einem Abend sollte sie in die Gesellschaft eingeführt werden.
Da trat Coppelius ein, die zweite Inkarnation des Bösen. Er verkauft Hoffmann eine rosa Brille, durch die betrachtet manche Dinge besser aussehen, als sie
sind.
Spalanzi betritt den Raum und erschrickt als er Coppelius sieht. Coppelius will Geld von Spalanzani. Dieser weist auf ihre Vereinabrung hin, dass Olympia ihm gehört, doch Coppelius antwortet darauf, dass sie seine Augen hätte und droht Spalanzani.
Nun bezahlt ihn Spalanzani mit einer Schuldverschreibung des Juden Elias, die im Grunde wertlos ist, da Elias bankrott ist, doch das weiß Coppelius nicht.
Nun kommen die Gäste und die wunderschöne Olympia wird ihnen vorgestellt. Hoffmann verliebt sich sofort in sie. Sein Freund Nicklaus warnt ihn, dass er vorsichtig sein soll.
Das Essen wird serviert und Spalanzani bittet Hoffmann auf Olympia aufzupassen, was dieser mit Freude akzeptiert. Hoffmann offenbart ihr seine Liebe, aber sie reagiert merkwürdig darauf.
Coppelius kommt wütend zurück, da er betrogen worden ist.
Er will jemand dafür töten. Nun beginnt der große Ball und Olympia tanzt mit Hoffmann, doch plötzlich löst sie sich und rennt davon.
Da hört man einen großen Lärm. Coppelius hat Olympia in Stücke gerissen. Hoffmann fällt in Ohnmacht als er die Trümmer sieht; denn er hat sich in eine mechanische Puppe verliebt.
Hoffmann und Nicklaus sind in Venedig, wo sich ersterer in die berühmte
Hure Giulietta verliebt. Deren früherer Liebhaber Schlemil ist sehr eifersüchtig deswegen.
Da kommt Captain Dappertutto, die dritte Inkarnation des Bösen. Dappertutto ist ein böser Zauberer und Giulietta ist unter seinem Bann.
Er besitzt bereits das Spieglbild von Schlemil und teilt ihr nun mit, dass er auch Hoffmanns
Spiegelbild will.
Der eifersüchtige Schlemil fordert Hoffmann zu einem Duell heraus.
Dappertutto borgt Hoffmann sein Schwert aus und mit diesem gelingt es ihm Schlemil zu töten. Giulietta drängt Hoffmann nach Deutschland zurückzukehren, aber er muss ihr ein Andenken zurücklassen -
sein Spiegelbild.
Hoffmann findet dies sehr seltsam, aber er tut was sie will.
Ein großer Spiegel saugt Hoffmanns Spiegelbild ein.
Dann verlassen Hoffmann und Nicklaus Giulietta. Diese trinkt ein Glas Wein, welches auf dem Tisch steht, nicht ahnend, dass es vergiftet worden ist um Hoffmann zu töten.
Sie stirbt unter den Augen des wahnsinnigen Dappertutto.
Hoffmann ist verliebt in Antonia, deren Mutter eine berühmte Sängerin gewesen ist, die früh verstarb. Antonia besitzt die gleiche schöne Gesangsstimme, aber ihr Vater Crespel hat ihr streng verboten zu singen, da ihre Mutter deswegen gestorben ist.
Sie hatte ein schwaches Herz und war der Aufregung einer Bühne nicht gewachsen.
Hoffmann wußte dies nicht und möchte sie gerne singen hören.
Da kommt Dr. Mirakel herein, die letzte Person die Crespel sehen möchte.
Er ist die vierte böse Inkarnation. Mirakel fordert Antonia zum Singen auf und erzählt ihr, dass es das wäre was ihre Mutter gewünscht hätte. Das Bild der toten Mutter wird lebendig und drängt Antonia doch zu singen.
Mirakel begleitet sie auf der Violine und Antonia singt solange bis sie stirbt.
Zurück im Bierkeller.
Hoffmann hat seine Geschichten beendet.
Er ist mittlerweile betrunken und erkennt Stella nicht, die auf ihn wartet.
Nicklaus erklärt ihr, dass Hoffmann niemand mehr lieben kann und sie solle zusammen mit dem Rat Lindorff verschwinden.
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Orphée aux Enfers (Orpheus in der
Unterwelt)
Oper in 4 Akten

Orpheus und seine Frau Eurydike gehen sich gegenseitig auf die Nerven.
Orpheus hat ein Verhältnis mit einer Nymphe und sie eine Affäre mit dem Imker
Aristeus.
Sie streiten sich heftigst und Eurydike will die Scheidung. Orpheus sagt ihr, dass dies nicht möglich ist, er müsse an die öffentliche Meinung denken, da eine Scheidung seinen guten Namen als Direktor einer Musik- und Kunstschule schaden würde.
Er teilt ihr mit, dass er eine Überraschung für ihren Liebhaber hat und geht davon. Eurydike rennt aus dem Haus um ihren Liebhaber zu warnen, aber sie wird von einer Schlange gebissen, die Orpheus im Weizenfeld vor Aristeus Haus hingelegt hat.
Aristeus ist in Wirklichkeit Pluto, der Gott der Unterwelt und nun als Eurydike stirbt ist der perfekte Zeitpunkt gekommen sie in die Unterwelt zu verschleppen.
Er erzählt ihr, dass er eine Nachricht für ihren Ehemann zurückgelassen hat und sie brechen in die Unterwelt auf.
Orpheus findet die Nachricht und nachdem er sie gelesen hat, ist er sehr glücklich, da er nun frei ist. Doch seine Freude dauert nicht allzu lange, da die Öffentlichkeit der Meinung ist, dass er seine Frau aus der Unterwelt zurückholen müsse.
Inzwischen wird Jupiter im Olymp von Juno bezichtigt, dass er schon wieder eine sterbende Frau in die Unterwelt entführt haben soll. Jupiter weist dies von sich. Merkur berichtet, dass es Pluto gewesen ist und dieser auf dem Weg in den Olymp sei.
Pluto taucht auf, aber er weist alle Anschuldigungen von sich.
Nun bricht eine Revolte aus. Der Grund dafür ist, dass die Götter, die genug Nektar und Ambrosia haben, sich langweilen und einfach Abwechslung brauchen.
Orpheus erscheint, mit der öffentlichen Meinung an seiner Seite und bittet Jupiter um seine Frau. Jupiter erklärt, dass er nun selbst in die Unterwelt geht um die Dinge zu klären.
Die anderen Götter bitten ihn sie mitzunehmen und Jupiter erfüllt ihnen ihren Wunsch.
In der Unterwelt ist Eurydike in einem Zimmer eingeschlossen und langweilt sich zu Tode. Ihr einziger Begleiter ist ein stinkender Diener namens John Styx, der von sich behauptet der König von Beotia zu sein.
Die Götter treffen ein und John schließt Eurydike in ein Boudoir ein. Jupiter tritt ein und fragt wo sie sei, Pluto kommt hinter ihm herein, sich immer noch wundernd warum Jupiter ihm nicht glaubt.
Indes verspricht Cupido seinem Vater Jupiter, dass er Eurydike finden werde. Er ruft seine Polizisten und diese finden sie schließlich hinter der verschlossenen Tür.
Cupido verwandelt seinen Vater in ein Fliege, damit dieser durch das Schlüsseloch in den Raum hinein kommt.
Die Verwandlung gelingt und Jupiter kommt so in das Zimmer wo er sogleich Eurydike verführt.
Sie planen zusammen nach dem großen Ball zu fliehen.
Pluto erkennt, dass er ausgetrickst wurde, aber er hat noch eine Überraschung für die beiden parat.
Aus der Entfernung hören sie eine Geige spielen - es ist der Ehemann Orpheus, der seine Frau holen will.
Cupido hat eine Idee und flüstert sie Jupiter ins Ohr.
Als Orpheus schließlich eingetroffen ist, teilt ihm Jupiter mit, dass er seine Frau mitnehmen könne, aber nur unter der Bedingung, dass er auf seinem Weg zu Erdoberfläche kein einziges Mal zurückblickt.
Orpheus verspricht dies, geht und blickt, zur großen Verärgerung von Jupiter, kein einziges Mal zurück.
Deshalb schleudert er einen Blitz, der Orpheus so erschreckt, dass er sich umdreht.
Nun muß Eurydike bleiben und sie wird zu einer Bacchantin.
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Barbe-Bleue (Blaubart)
Oper in 3 Akten

Das Libretto wurde von Henri Meilhac und Ludovic Halévy, nach einer Geschichte von Charles Perrault geschrieben.
Prinz Sapphire ist in die Schäferin Fleurette verliebt. Sie liebt ihn auch, aber sie hat Angst vor einer anderen Schäferin, Boulotte, die ebenfalls ein Auge auf den Prinzen geworfen hat.
Graf Oskar, ein Höfling des König Bobeche, trifft seinen alten Freund Popolani, den Astrologen von Blaubart. Oskar erklärt, dass er die verloren gegangene Tochter des Königs, Prinzessin Hermia finden muss.
Popolani hingegen erzählt Oskar, dass er eine neue Frau für seinen Meister suchen solle.
Es stellt sich heraus, dass Fleurette in Wirklichkeit die Prinzessin ist und sie müße einen Prinzen heiraten, den ihre Eltern König Bobeche und Königin Clementine für sie aussuchen. Dieser Prinz ist natürlich Sapphire und Boulotte wird dann Blaubarts sechste Frau.
Am Hofe befiehlt König Bobeche derweil Oskar, dass er den Ritter Alvarez töten solle, da der König meint dieser sei in die Königin verliebt.
Alvarez ist bereits der fünfte Ritter, den der Graf im Auftrag des Königs töten soll.
Mittlerweile hat Blaubart ein Auge auf die Prinzessin geworfen und will deswegen Boulotte loswerden. Er beauftragt Popolani sie zu töten und sie zusammen mit seinen anderen Frauen im Mausoleum zu verbrennen.
Popolani vergiftet Boulotte und als Blaubart überzeugt ist, dass sie tot ist, erweckt er sie wieder mit einer kleinen Maschine, die er dafür erfunden
hat, zum Leben.
Er erzählt ihr, dass sie für die Welt tot ist und sie nun nicht mehr nach außen gehen könne, sondern zusammen mit den anderen Frauen im Mausoleum bleiben müsse.
Boulotte gefällt das nicht und sie will Rache an Blaubart nehmen. Sie überzeugt Popolani und die anderen Frauen ihr zu helfen.
Sie bekommen zusätzlich Hilfe von Oskar, der genau wie Popolani die Höflinge und Ritter auch nicht getötet, sondern sie in seiner Burg
versteckt hat.
Am Hofe erzählt Blaubart dem König, dass er seine Tochter zur Frau haben will und wenn dieser sich weigere, würde er das Schloß mit einer Armee angreifen.
Bobeche verspricht ihm daraufhin seine Tochter. Auf Anweisung der Königin teilt Hermia Blaubart mit, dass sie ihn niemals heiraten werde.
Sapphire duelliert sich mit Blaubart. Er wird von diesem durch einen Trick besiegt und getötet.
Popolani erweckt auch ihn wieder zum Leben und er tritt dem Komplott gegen den König und Blaubart bei.
An der Hochzeit erscheinen ein Haufen maskierter Zigeuner und weissagen dem König und Blaubart deren Zukunft.
Dann reißen sie die Masken herunter und der König erkennt seine totgeglaubten Höflinge, Blaubart seine totgeglaubten Frauen wieder.
Sie wissen beide, dass sie betrogen wurden.
Die fünf Frauen heiraten die fünf Höflinge.
Sapphire heiratet Fleurette und Boulotte bleibt bei Blaubart; da dieser denkt, dass er mittlerweile zu alt sei für eine weitere Ehe.
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